Sekte?
Obwohl Die Lagerhauskirche eine evangelische Freikirche ist, wurde auch unsere Gemeinde schon vorschnell aus Unwissenheit als Sekte bezeichnet. Doch wer alles was nicht zu den großen Volkskirchen zählt als Sekte deklariert, macht es sich damit freilich zu einfach.
Es
grenzt an Diffamierung, die insgesamt mehr als 800.000 freikirchlichen
Protestanten in Deutschland leichthin als Sekten zu bezeichnen.
Nach
einer Meldung der evangelischen Nachrichtenagentur idea-spektrum
36/1999 gibt es neben der Vereinigung Evangelischer Freikirchen
(Baptisten, Methodisten, Brüdergemeinden, freie evangelische Gemeinden,
Heilsarmee, Pfingstgemeinden u.a.) mit rund 400.000 Mitgliedern, noch
andere Freikirchen und unabhängige Gemeinden, sowie russland-deutsche
Gemeinden mit insgesamt rund weiteren 412.000 Christen.
Leider gibt es solche Gemeinschaften, die auch wir als Sekten bezeichnen und von denen wir uns ausdrücklich distanzieren. Nachfolgend ein kleiner Fragenkatalog, der ein bisschen Licht ins Dunkel bringen soll. Sind wir eine Sekte? Urteilen Sie selbst:
1. Sekten basieren in der Regel auf Sonderlehren, die über das Zeugnis der Heiligen Schrift, die Zusammenfassung von Altem und Neuem Testament, hinausgehen. Sie interpretieren Bibelstellen einseitig und völlig losgelöst aus dem Kontext. Wir glauben an die Bibel in ihrem vollen Umfang. Wir sind überzeugt, dass sie das von Gott inspirierte Wort an uns Menschen ist. Sekten haben oft neben der Bibel ein weiteres Buch, bzw. Bücher. Wir fügen der Bibel nichts hinzu, noch streichen wir etwas aus ihr. Jede Predigt und jede andere Schrift muss an ihr als dem absoluten Maßstab gemessen werden.
2. Sekten behaupten, nur sie seien im Besitz der Wahrheit. Alle anderen irren. Wir wissen, dass Gott so groß und unfassbar ist, dass alle Erkenntnis immer nur einen Teil seiner Gesamtheit erklären kann. Wir behaupten darum nicht, die alleinige Wahrheit gepachtet zu haben, erheben nicht den Anspruch „allein selig machend“ zu sein und vertreten auch keine Sonderlehren. Vielmehr wollen wir als evangelische Freikirche ein verbindliches, an der Bibel orientiertes Christentum praktizieren. Wir möchten unser Verständnis von Gott und Seinem Wort vertiefen. Dazu dient auch der erwünschte Austausch mit Christen, die unserer Gemeinde nicht angehören.
3. Sekten üben oft einen großen Druck auf ihre Mitglieder aus. Wir möchten uns gerne als „Freiwilligkeitskirche“ verstehen. Jeder hat die Freiheit, im Rahmen seiner persönlichen Entscheidung, an unseren Veranstaltungen teilzunehmen. Wir grenzen weder kulturelle noch gesellschaftliche Gruppen aus. Jeder darf bei uns Mitglied und somit Teil unserer „Gemeindefamilie“ sein. Die Voraussetzung dazu ist ausschließlich die freiwillige Entscheidung, ein Leben in der Nachfolge Jesu führen zu wollen, verbunden mit der vollzogenen Glaubenstaufe. Das beinhaltet ebenso, dass wir es jedem ermöglichen, sich auch dagegen zu entscheiden. Die Rechte und Würde der Persönlichkeit wollen wir achten. Wir freuen uns über Verbindlichkeit, lehnen aber Zwang entschieden ab.
4. Sekten isolieren sich von anderen Kirchen und pflegen keine Kontakte. Als Ortsgemeinde sind wir autarkes Mitglied im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden KdöR (BFP), der bundesweit in Deutschland organisiert ist. Dieser Bund ist wiederum Mitglied im Forum Freikirchlicher Pfingstgemeinden und in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen. Über Deutschland hinaus ist der BFP im Pfingst-Europa-Forum (Pentecostal European Fellowship) und in der Welt-Pfingst-Konferenz (World Pentecostal Fellowship) aktiv vertreten. Vor Ort halten wir gute regelmäßige Kontakte zur Evangelischen Allianz Mainz und zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Mainz und sind in beiden Zusammenschlüssen als Ortsgemeinde verbindliches Mitglied.
5. Sekten sind einseitig darauf aus, nur Mitglieder für ihre Organisationen zu werben. Wie bereits berichtet, ist uns die Zusammenarbeit mit anderen Kirchen, Freikirchen, Gemeinden und Gemeinschaften wichtig. Gemeinsame Evangelisationen der andere gemeinschaftlich durchgeführte Veranstaltungen sind für uns selbstverständlich, auch wenn dabei nicht nur die eigene Gemeinde wächst. Wir verstehen uns als Teil des großen Leibes Christi, zu dem die vielen christlichen Gemeinden mit ihren unterschiedlichen Prägungen gehören. Nur in der Einheit dieses Leibes erhält die Gemeinde Jesu die Stärke und Attraktivität, wie sie sich Gott nach dem Vorbild des Neuen Testaments wünscht.
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